Ihr Ansprechpartner
Helena Platte
Marketing/Public Relations
+49 (0) 5204 99 55 330
Die Grundlage dafür bilden begrünte Retentionsdächer, die Regenwasser zurückhalten und dauerhaft hohe Lasten aufnehmen müssen. Als konstruktive Basis kommt ein Umkehrdachaufbau mit JACKODUR® KF 300 Standard Dämmplatten aus XPS von JACKON Insulation by BEWI zum Einsatz.
Das GoWest knüpft bewusst an die Tradition der Berliner Gewerbehöfe des 19. Jahrhunderts an und übersetzt deren Prinzip in ein modernes Stadtquartier, in dem Arbeiten, Handwerk, Kultur, Gastronomie und urbane Produktion gleichermaßen stattfinden. Statt eines monofunktionalen Bürostandorts soll ein lebendiger Stadtraum entstehen.
„Wir wollten kein Büroviertel schaffen, das nach 18 Uhr verwaist ist“, sagt Architekt Christian Jörder, einer der Geschäftsführer des verantwortlichen Planungsbüros CKSA GmbH in Berlin. „Die Intention war ganz klar, ein Quartier zu entwickeln, in dem man sich auch nach Feierabend und am Wochenende gerne aufhält und das so zu einem Stück Heimat im besten Sinne wird.“
Das städtebauliche Konzept sieht zwölf Baufelder vor, die sich auf insgesamt 240.000 m2 Bruttogrundfläche summieren. Jeder Block ist in vier eigenständige Häuser gegliedert, die unterschiedliche Flächengrößen und flexible Nutzungseinheiten ermöglichen. Roter Klinker dient dabei als verbindendes Fassadenmotiv und verweist auf die industrielle Geschichte des Standorts.
Für seinen Planungsansatz wurde das neue Gewerbehöfequartier bereits mehrfach ausgezeichnet. 2019 erhielt GoWest das DGNB-Vorzertifikat für Quartiere in Platin, 2024 folgte eine weitere DGNB-Vorzertifizierung in Platin für den ersten Bauabschnitt.
Was das GoWest von vielen anderen Quartiersentwicklungen unterscheidet, zeigt sich besonders auf den Dächern. Diese werden nicht nur begrünt, sondern als eigene Nutzungsebene geplant. Über alle Baufelder hinweg sollen rund 15.000 m² Dachfläche für urbane Landwirtschaft entstehen.
„Und zwar nicht im Sinne von urbanem Freizeitgärtnern mit kleinen Hochbeeten, sondern in einer Dimension, die professionell von Landwirten betrieben wird“, erklärt Christian Jörder. Die Dachflächen sollen künftig Obst, Gemüse und sogar eigenen Bienenhonig liefern – direkt für die Nutzerinnen und Nutzer des Quartiers. Bienen wurden bereits 2018 auf dem Projektgelände angesiedelt.
Ergänzt wird die landwirtschaftliche Nutzung durch aufgeständerte Photovoltaikanlagen. Eine sinnvolle Kombination, denn die Vegetation verbessert durch Verdunstungskühlung das Mikroklima auf den Dachflächen und beeinflusst damit auch die Effizienz der PV-Module positiv.
Eine zentrale Rolle spielt auch der Umgang mit Regenwasser. Gerade in dicht bebauten Stadtgebieten ist die Kanalisation bei Starkregenereignissen schnell überlastet. In Berlin ist die Einleitung von Regenwasser zudem stark begrenzt. Für das GoWest wurde deshalb ein dezentrales Wassermanagement entwickelt, das dem Prinzip der Schwammstadt folgt.
„Das funktioniert nur, indem wir Wasser auf dem Grundstück zurückhalten, verzögert abgeben oder direkt nutzen“, beschreibt Jörder die planerische Ausgangslage. Die Dachflächen übernehmen dabei eine Schlüsselrolle: Sie speichern Niederschläge, verzögern den Abfluss, unterstützen durch Verdunstung die Kühlung des Quartiers und stellen zugleich Wasser für die Dachlandwirtschaft bereit. Ergänzt wird das System durch große Zisternen in den Untergeschossen.
Damit entsteht eine Dachlandschaft, die mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllt: Regenwassermanagement, Klimaanpassung, Förderung der Biodiversität, Energieerzeugung und produktive Landwirtschaft.
Diese Mehrfachfunktion stellt außergewöhnlich hohe Anforderungen an den Dachaufbau, dessen Grundlage hier aus WU-Beton besteht. Darauf aufbauend werden die Flachdächer als Umkehrdächer ausgeführt. Dabei liegt die XPS-Wärmedämmung oberhalb der Abdichtungsebene und schützt diese vor mechanischen Einwirkungen, starken Temperaturschwankungen und Witterungsbeanspruchung. Gerade bei intensiv genutzten Retentions- und Gründachflächen ist dieser konstruktive Schutz ein wesentlicher Vorteil für die Lebensdauer der Abdichtung.
Die Dimension des Aufbaus verdeutlicht die technische Herausforderung: „Wir realisieren einen Gesamtaufbau von rund einem Meter Höhe – bestehend aus 300 mm dicker, einlagiger XPS-Dämmung sowie etwa 700 mm Substrat und intensiver Begrünung“, erklärt Dachdeckermeister Lukas Plaschna von der Heinrich Dachtechnik GmbH aus Berlin. „Dadurch entstehen enorme Druckbelastungen bei gleichzeitig hohen Anforderungen an die Wärmedämmleistung.“
Die hohe Druckfestigkeit von JACKODUR® KF 300 Standard war daher ein entscheidendes Kriterium. Die XPS-Dämmplatten sind für dauerhaft hohe Belastungen optimal geeignet und verfügen über eine hohe Feuchtigkeitsunempfindlichkeit – wichtige Voraussetzungen bei begrünten und wasserführenden Umkehrdachkonstruktionen.
„Gleichzeitig konnten wir auf unsere positiven Erfahrungen aus früheren Projekten mit JACKON zurückgreifen“, so Plaschna. „Diese Kombination aus technischer Leistungsfähigkeit und bewährter Zusammenarbeit hat die Entscheidung für JACKODUR® maßgeblich beeinflusst.“
Neben der Druckfestigkeit spielte auch die Verarbeitbarkeit auf der Baustelle eine wichtige Rolle. Die mit JACKODUR® gedämmten Dachflächen verteilen sich auf zwei Baufelder und umfassen Hauptdächer, Staffelgeschosse sowie Sockelbereiche in Innenhöfen und an Außenwänden. Insgesamt wurden rund 8.000 m² XPS-Dämmung inklusive aller Anschlüsse verlegt.
Besonders anspruchsvoll war die Einbindung zahlreicher Detailpunkte. „Auf der Baustelle waren rund 210 Stahlstützen in die Dämmebene einzubinden. Hinzu kamen zahlreiche Ecken und Einbauteile“, berichtet Plaschna. „Die Platten ließen sich präzise zuschneiden und optimal anarbeiten. Besonders effizient war der Einsatz eines Glühdrahtschneiders mit Heißdraht, wodurch auch komplexe Details zügig und sauber umgesetzt werden konnten.“
Das geringe Eigengewicht der XPS-Dämmplatten erleichterte zusätzlich die Baustellenlogistik: „Material musste vielfach händisch oder palettenweise mit Hubwagen bewegt werden, da zum Zeitpunkt der Verlegung nur noch ein Turmdrehkran zur Verfügung stand. Das geringe Eigengewicht der XPS-Platten hat uns hier deutlich entlastet“, so der Dachdeckermeister.
Der Umkehrdachaufbau birgt auch mit Blick auf einen späteren Rückbau Vorteile: Die lose auf der Abdichtung verlegten Dämmplatten können grundsätzlich besser getrennt werden als verklebte Konstruktionen. Das erleichtert später die sortenreine Erfassung. „Vor diesem Hintergrund war ein verklebter Dachaufbau keine Option. Stattdessen wurde bewusst ein recyclingfreundlicher Umkehrdachaufbau mit XPS-Dämmung gewählt“, ordnet Plaschna ein.
Neben den Materialeigenschaften hebt der Dachdeckermeister auch die reibungslose Zusammenarbeit mit JACKON Insulation by BEWI hervor – von der technischen Unterstützung, etwa bei Windsogberechnungen, bis zur Logistikplanung. Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung sei Lieferzuverlässigkeit ein wesentlicher Faktor: „Die Lieferungen erfolgten stets zuverlässig. Änderungswünsche wurden ohne Probleme kurzfristig umgesetzt, neue Planungen und Berechnungen zeitnah erstellt“, so Plaschna.
Auch über die Dachflächen hinaus verfolgt das GoWest den Ansatz robuster, langlebiger und möglichst einfacher baulicher Lösungen. „Wir wollten so simpel wie möglich bauen“, sagt Christian Jörder. Statt stark technisierter Fassaden- und Lüftungssysteme sowie Klimatisierung setzt das Konzept unter anderem auf massive Außenwände, natürliche Fensterlüftung und konstruktiven sommerlichen Wärmeschutz durch tiefe Fensterlaibungen.
Dieser planerische Grundgedanke setzt sich im Dachaufbau fort: Die Umkehrdachkonstruktion mit JACKODUR® KF 300 Standard schafft eine belastbare, feuchtigkeitsunempfindliche und äußerst langlebige Grundlage für eine Dachnutzung, die weit über klassische Begrünung hinausgeht.
Das GoWest zeigt damit eindrucksvoll, wie Flachdächer im verdichteten urbanen Raum zu multifunktionalen Nutzflächen werden: Sie speichern Wasser, kühlen das Mikroklima, erzeugen Energie, fördern Biodiversität und ermöglichen professionelle Landwirtschaft mitten in der Stadt.
Helena Platte
Marketing/Public Relations
+49 (0) 5204 99 55 330